Schulinitative

Die Samberger Schulinitiative
Individuelle Förderung für Kindern und Jugendlichen

Fällt die Konzentration schwer? Gibt es Schwierigkeiten die eigenen Stärken zu erkennen, diese zu nutzen und auszubauen? Oder sind die Deutschkenntnisse einfach nicht ausreichend? Es gibt viele verschiedene Gründe, warum es immer mehr Kindern und Jugendlichen schwerfällt, den Schulalltag alleine zu meistern. Für diese jungen Menschen ist die Unterstützung durch tolerante und geduldige ehrenamtliche Lernbegleiter von unschätzbarem Wert.

Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Im Rahmen der Samberger Schulinitiative begleiten derzeit 22 ehrenamtliche Lernbegleiter aus unserer Gemeinde mehr als 27 Kinder und Jugendliche an der Samberger Mittelschule (MS) und Grundschule (GS). Im Vordergrund steht hier die Unterstützung bei persönlichen und schulischen Problemen. „Aber Lernbegleiter sind keine Nachhilfelehrer und keine Ersatzeltern“ betont Andrea Geiger, Sozialpädagogin an der Samberger Mittelschule, „sondern durch Anerkennung, Ansporn, Wohlgesonnenheit und das Signal - ich nehme mir Zeit für Dich - kann der einzelne Lernbegleiter den jungen Menschen in einer anderen emotionalen Ebene erreichen und so sein Selbstwertgefühl nachhaltig stärken“.
Martina Voege betreut seit einem halben Jahr zwei Fünftklässlerinnen: „Mir war es von Anfang an wichtig, eine gute und vertrauensvolle Beziehung zu meinen Schülerinnen aufzubauen. Ich bin für die Hausaufgaben, aber auch für die kleinen Sorgen des Alltags da. Die gemeinsame Zeit soll Spaß machen. So fällt es leichter, die beiden bestmöglich zu fördern und zu fordern. Jedes kleine Ziel, das erreicht wird, motiviert uns sehr. Für mich ist diese Tätigkeit eine große Bereicherung“.

Deutsch lernen in den Ü- Klassen. Seit einiger Zeit stellt sich die Schule und damit auch unsere Initiative einer weiteren Herausforderung: Immer mehr Kinder und Jugendliche haben nur rudimentäre Deutschkenntnisse, da sie erst seit sehr kurzer Zeit in Deutschland sind. Für diese Quereinsteiger aus vielen Nationen - oft Flüchtlinge - bietet die Samberger MS zwei sogenannte Übergangsklassen an. Hier lernen Jugendliche altersgemischt (zwischen 13 und 16 Jahren) gemeinsam Deutsch, ehe sie in die verschiedenen Schularten eingegliedert werden. Sie kommen täglich - mitunter von weit her - und sind sehr motiviert und lernwillig. Auch hier haben sich hilfsbereite Lernbegleiter gefunden, die bereit sind, mit einem oder mehreren Jugendlichen intensiv Deutsch zu lernen und so die jungen Menschen ein Stück mehr in Deutschland willkommen zu heißen.
Petra Fischer ist seit November 2014 als Lernbegleiterin in der Samberger MS aktiv. Warum? „Mir hat es schon immer viel Freude bereitet Kinder zu begleiten und zu unterstützen. Einmal wöchentlich gehe ich in die Samberger MS und begleite zwei Flüchtlingskinder in ihrem Prozess Deutsch zu lernen. Ich unterstütze sie, indem ich mit ihnen nach Absprache mit der Fachlehrerin das Alphabet übe, mit ihnen erste Lese- und Schreibübungen durchführe und zur Entspannung und unser aller Freude leichte Spiele, wie Memory durchführe. Es macht Freude zu sehen mit wie viel Eifer die beiden dabei sind und wie sie strahlen, wenn sie immer mehr verstehen und Erfolg haben. Ich ermuntere jeden, der gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeitet und auch gerne ein wenig Zeit in die Jugend investieren möchte bei uns mitzumachen“.

Erfahrungsaustausch ist wichtig. Angesichts eines solch facettenreichen Aufgabengebiets ist ein fachlicher Erfahrungsaustausch bei den ehrenamtlichen Helfern sehr willkommen. Etwa vier Mal im Jahr treffen sich die Lernbegleiter zu einem Stammtisch im Gemeindehaus der Apostelkirche. Frau Geiger, Sozialpädagogin an der Samberger MS und engagierte Lehrer, stehen hier mit Rat und Tat zur Seite.

In der Gemeinde gut verankert. Die Samberger Schulinitiative wurde 2010 durch Frau Neff, Rektorin der Samberger MS und Pfarrerin Bach (Petruskirche) ins Leben gerufen und hat sich seither gut entwickelt. Heute ist die Initiative operativ an den Evangelischen Verein Solln angebunden und damit, insbesondere durch die sehr engagierte und umsichtige Begleitung von Ursula Kiermaier, bestens in unserer Gemeinde verankert.

Wie geht es weiter? Die Schule entwickelt sich immer mehr vom Lern- zum Lebensort. Die individuelle Lernbegleitung an der Samberger Schule ist bereits ein hilfreicher Beitrag zur Förderung von Kindern und Jugendlichen ergänzend zum schulischen Angebot. Ab Herbst dieses Jahres möchte die Schule nun Begegnungsworkshops mit Jugendlichen der Samberger Schule und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus benachbarten Einrichtungen anbieten. Professionell angeleitete Skateboard- und Theaterkurse sowie gemeinsame Ausflüge sind geplant. Auch hier wird eine Unterstützung durch ehrenamtliche Begleiter aus unserer Gemeinde sehr willkommen sein.

Dr. Carola Dony