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"Impulse"

Berichte und Neuigkeiten aus unserer Kirchengemeinde

Die Stiftung „Zukunft Apostelkirchengemeinde Solln“

Die Stiftung „Zukunft Apostelkirchengemeinde Solln“ wurde am Reformationstag des Jahres 2008 für die gesamte Gemeinde gegründet und dient laut ihrer Satzung der Förderung aller kirchengemeindlichen Aufgaben unserer Gemeinde.
Insbesondere ist dies die Unterstützung der Kirchengemeinde zur Erhaltung der hauptamtlichen Kantorenstelle. Auslösendes Moment war die Kürzung der landeskirchlichen Zuschüsse zur Bezahlung dieser Stelle. Dies unserem verehrten Kantor Ernst Hagerer zuzumuten, ging natürlich nicht, zudem drohte dadurch unser Leuchtturm Kirchenmusik quasi einzustürzen. So entstand die Idee, hier eine nachhaltige Lösung zur Unterstützung dieser Stelle zu finden und eine Stiftung zu gründen.
Im Namen der Stiftung danke ich Herrn Hagerer herzlichst für seine Tätigkeit in unserer Gemeinde und auch sehr für die maßgebliche Unterstützung der Stiftung durch u. a. Werbung und Benefiz-Konzerte.

Wir wünschen Ernst Hagerer für seinen wohlverdienten Ruhestand alles Gute und Gottes reichen Segen.

Matthias Doepner
Stiftungsvorstandsvorsitzender

Nun ist es also soweit

Nun ist es also soweit. Nach über 40 Jahren als Kantor an der Apostelkirche geht Ernst Hagerer in den Ruhestand. Seine Tätigkeit ist fest mit dem „Verein Sollner Sonntagskonzerte e.V.“ verknüpft. Der Verein wurde vor genau 30 Jahren gegründet, um die musikalische Arbeit an der Apostelkirche finanziell zu unterstützen. Die Mitglieder des Vereins steuern durch ihren Beitrag einen wesentlichen Teil dazu bei, dass in der Apostelkirche seit Jahrzehnten auf hervorragendem Niveau Konzerte gegeben und Gottesdienste musikalisch begleitet werden können. Mit der geleisteten Unterstützung können immer wieder Orchester und Solisten von Weltrang nach Solln geholt werden.

Ernst Hagerer an der Orgel

Die Gründung des Vereins war geleitet von dieser Idee und er hat heute etwa 130 Mitglieder. Für die Kirchengemeinde und die vielen Musikgruppen, insbesondere aber den Chor der Apostelkirche, wurde damit ein Traum Wirklichkeit. Auch aufwändige Projekte konnten finanziell solide abgesichert werden. Ohne die Person Ernst Hagerer wäre dies alles nicht denkbar gewesen. Sein außerordentliches persönliches Engagement, seine exzellente musikalische Arbeit und seine hervorragende Vernetzung waren wichtige Voraussetzungen dafür, dass die Kirchenmusik an der Apostelkirche eine Strahlkraft entwickeln konnte, die weit über unsere Kirchengemeinde hinauswirkt und Anklang findet. Es erfüllt mich persönlich mit Dankbarkeit, dadurch so zahlreiche wunderbare spirituelle Momente erlebt zu haben.

Umso mehr verknüpft der Verein Sollner Sonntagskonzerte e.V. mit einer hoffentlich zeitnahen Nachbesetzung der Kantorenstelle die Hoffnung, dass die gewachsenen Strukturen an der Apostelkirche, als deren Teil sich der Verein versteht, auch in der Zukunft wirksam werden können. Dir, lieber Ernst, wünsche ich persönlich und im Namen des Vereins Sollner Sonntagskonzerte e.V. von Herzen alles Gute für Deine Zukunft. Und herzlichen Dank dafür, dass Du ehrenamtlich für einige Monate Deine Tätigkeit fortsetzen wirst.

Dr.-Ing. Jörg Rehm

Kirchenmusikdirektor Ernst Hagerer geht in den Ruhestand

Ernst Hagerer – DIE kirchenmusikalische Institution unserer Kirchengemeinde – geht in den Ruhestand. 45 Jahre kirchenmusikalisches Schaffen und Wirken.
Wer in dieser Kirchengemeinde 50 Jahre alt ist, kennt es einfach nicht anders. Kantorei, Kammerchor, Jugendchor, Kinderchor, Bläserchor, Blue Harmonists, Sollner Trio, Orgelkonzerte, fulminante Kirchenkonzerte … Keiner hat sich wie Ernst Hagerer in die Geschichte dieser Kirchengemeinde eingeschrieben, und damit in die Herzen von Männern, Frauen und Kindern, ob sie nun aktiv mitwirkten oder sich beschenken ließen von unglaublich schöner Musik.

Ich schätze seine Herzlichkeit, seine Mitmenschlichkeit, seine Freundlichkeit, sein Schaffen so ganz ohne Starallüren. Offen, zugänglich, herzensgut mitgestaltend, mitfühlend, leidenschaftlich ... Sie ergänzen die Attribute bitte selbst. Ein fester Bestandteil im Team, Dichter so mancher Verse, Komponist und verlässlicher Partner im Team.

Man darf sich schon fragen, ob es ohne ihn so viel Energie für die wunderbare Stiftung „Zukunft Apostelkirche“ gegeben hätte. Man darf sich schon fragen, ob es ohne ihn die fulminante Unterstützung durch den Verein der Sollner Sonntagskonzerte gäbe. Man darf sich schon fragen, ob es ohne ihn die Bereitschaft gegeben hätte, die Orgel in der Apostelkirche so weiter zu qualifizieren. Und wie viele Menschen haben durch ihn Zugang zu großer Musik bekommen, auch ganz professionell.

Ernst Hagerer

Es gilt Abschied zu nehmen. Dies werden viele, viele Abschiede werden. Dazu gehört das Halleluja aus dem Messias von Händel und am 5. Dezember der Abschied mit dem Gottesdienst und mit dem anschließenden Empfang.

Hab Dank, Ernst, für all das, was Du uns und unserer Kirchengemeinde geschenkt hast!

Christoph Grötzner

Grüner Winkel – schwarzer Winkel:
Berufsverbrecher. Asozial.

Vortrag von Karla Steeb,
Freiwillige in der Versöhnungskirche in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau,v am Samstag, den 11. Dezember um 19:00 Uhr in der Petruskirche / Gemeindesaal.

Die Familie lebte in der Au, dem Stadtteil von München, wo noch in den 20er, 30er Jahren die Ärmsten der Armen lebten. Fünf Kinder, kaum ein Einkommen. Um mal Fleisch auf den Tisch zu bringen, fuhr der Vater mit dem Fahrrad an den Stadtrand, in die Wälder, und wilderte. Er wurde erwischt. Und bekam eine Gefängnisstrafe.

Davon geht aber Armut nicht weg. So wilderte er wieder. Und kam ins KZ Dachau. Und nicht wieder raus. Berufsverbrecher.

Der Mutter nahm man die Kinder weg. Begründung: Sie werden nicht im Sinne Hitlers erzogen. Sie kamen in verschiedene Heime. Erst nach dem 2. Weltkrieg fanden sie sich wieder.

Nur von dem Vater fehlt bis heute jede Spur, kein Grab, nichts.

Eine Geschichte, die ich in Solln erzählt bekam.

Und noch eine Geschichte:

Sein Beruf sei Schriftsteller, sagte er. Sein Problem war, wie man heute sagen würde, eine Alkohol-Suchterkrankung. Damals sagte man „Säufer“. Sie wiesen ihn in den Entzug ein, in eine Anstalt im Osten von München. Mehrmals. Und dann als „Arbeitszwang-Gefangenen“ in das KZ Dachau. Mit dem schwarzen Winkel: Asoziales Element, hieß das.

Die sogenannten „Asozialen“ waren selbst unter den Häftlingen geächtet. Politische Gefangene z.B. waren untereinander organisiert und konnten sich gegenseitig helfen. Wer den schwarzen Winkel trug, stand ganz am Rand.

Er wurde dann in das KZ Mauthausen überstellt. „Mordhausen“ nannten die Häftlinge diesen Ort. Ein Jahr später starb er dort, an Hunger, an Entkräftung, vielleicht an Gewalt. Er wurde keine 50 Jahre alt.

Auch diese Geschichte spielte anfangs in Solln.

Sie blieben auch nach der Nazi-Zeit ausgegrenzt. Für „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ gibt es bis heute kaum Entschädigung, es gibt keine zentrale Gedenkstätte. Nach dem Krieg schwiegen die meisten von ihnen aus Scham.

Inzwischen setzt ein Umdenken ein: Kein Mensch war zu Recht im KZ der Nazis. Opfer auszugrenzen geht nicht.

Karla Steeb, die gerade ein Freiwilligen- Jahr in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau absolviert, hat sich in die besondere Thematik „grüner Winkel / schwarzer Winkel“ als Forschungs-Schwerpunkt eingearbeitet.

Herbstsammlung Diakonie BayernCopyright: Kennzeichentafel für Schutzhäftlinge,
10.9.1.134, ITS Archive, Arolsen Archives

Wir konnten sie für einen Vortrag am Samstag, den 11. Dezember um 19:00 Uhr in der Petruskirche / Gemeindesaal gewinnen – falls die Pandemielage im Dezember das erlaubt.

Herzliche Einladung!

Ihre Pfarrerin Regina Hallmann

Herbstsammlung Diakonie Bayern

Herbstsammlung Diakonie Bayern

„Gemeinsam Wege finden“. Es wird gesammelt für ambulante Hilfen zur Erziehung in der Kinder- und Jugendhilfe. In schwierigen Lebenssituationen können Familien diese Hilfen in Anspruch nehmen mit dem Ziel, die Kinder in ihrer vertrauten Umgebung zu lassen, die Familien insgesamt zu stärken und alle Kräfte und Möglichkeiten im Umfeld mit einzubeziehen.

Spenden können Sie
In unseren Pfarrbüros


und beim Diakonischen Werk Bayern,

Willkommensgruß vom September 2021

von Dekan Pfarrer Christoph Grötzner

 

Liebe Gemeinde,

"Jetzt ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert, Sommer ist, was in deinem Kopf passiert." singen die Wise Guys in ihrem Hit: "Jetzt Ist Sommer".

verschwitztes Hemd und heißer Tee

Recht haben sie. Jetzt ist "Sommer" und es ist entscheidend, "was in unseren Köpfen passiert". Das hat viel mit den Inhalten unserer aktuellen GU-Ausgabe zu tun.
Wir können uns selbst betrauern: Alles wird in unserer Gemeinde anders. Jetzt geht auch noch KMD Ernst Hagerer in den Ruhestand. Mein Kopf sagt mir: Was war das für ein großartiges Schaffen von Ernst Hagerer, seinen Chören. Der Dank überwiegt. Das ist Kopfsache.
Weinen und Klagen ist angesagt, wenn wir die vielen Unwetterkatastrophen betrachten, die auch in unserem Land Landschaften verwüsten, Existenzen und Ernten zerstören, Menschenleben fordern, …
Und hoffentlich löst dies alles in unseren Köpfen aus, dass wir andere Lebenskonzepte benötigen.
Pfarrer:innen, Diakon:innen, Religionspädagog: innen gibt es immer weniger. Im Jahr 2030 werden cirka 40% weniger Menschen in kirchlichen Berufen arbeiten. Das ist "erdrutschartig". Wie sind wir auch in Zukunft lebensbejahend und fröhlich Kirche? Entscheidend ist: Vertrauen in die Liebe, die uns alle trägt, egal was kommt.
Bei allen Abschieden und Veränderungen das "Trotzdem"! Alles vergeht, aber die Liebe nicht! Bestand hat, gehalten zu sein in der allumfassenden Liebe. Kopfsache ist‘s wohl, sich dafür zu entscheiden, dieses "Gehalten-sein" füreinander und miteinander exemplarisch zu leben. Das ist Kopfsache, eine Entscheidung. Zur Veränderung in unserer Gemeinde gehört auch: Frau Jenny Claus. Sie wird in Zukunft als Pfarramtssekretärin in unserer Gemeinde wirken. Herzlich willkommen! Ich freue mich auf Sie und bin sehr auf Sie gespannt.
Leben ist Veränderung. Wie dankbar bin ich, als Kind der Nachkriegszeit, für Veränderungen, dass der Nationalsozialismus mitsamt seiner Menschenverachtung überwunden ist (wenn ich das schreibe werde ich vorsichtig). Hell wach bin ich, denn es ist wichtig, was in den Köpfen passiert. Es kommt auf Dich und mich an, auf unser Vertrauen, auf unsere Hoffnung, auf unsere Liebe, die Köpfe und Herzen erreicht. Entscheidend ist, was in Deinem Kopf passiert!

Ihr Dekan Pfarrer Christoph Grötzner

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn. Damit begründet die Bibel die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens. Wer einem Menschen Gewalt antut, vergreift sich am Ebenbild Gottes.

Nach den schrecklichen Erfahrungen der NS-Diktatur kam dieser Gedanke in unsere Verfassung: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und es gibt diesen Gedanken schon länger in vielen Verfassungen dieser Erde, z.B. in der "Declaration des droits de l´homme" der französischen Revolution von 1789 und in "All men are created equal" in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776.

Warum wir diesen Gedanken zum Leitthema der Herbst-Ausgabe dieses Gemeindebriefes gemacht haben? Wir dachten an den 9. November. Das war ein Tag, an dem Menschen in unserem Land Gewalt und Verfolgung erlitten in der Pogrom-Nacht im Jahr 1938. Synagogen wurden niedergebrannt, Menschen wurden in KZs verschleppt. Mit diesem Datum begann die systematische Verfolgung und Vernichtung von Menschen jüdischen Glaubens.

51 Jahre später war der 9. November ein Tag, an dem eine andere Generation sich befreien konnte von der Macht eines unterdrückerischen Systems und an dem "die Mauer" fiel, die das Land so lange zweigeteilt hatte.
An beiden Ereignissen ging es um die Menschenrechte und die Menschenwürde.

Der November ist ein besonderer Monat. Wir denken an die ganz großen Dinge: An die Verstorbenen – katholische Christen am Anfang des Monats, evangelische am Ende. In vielen Gemeinden feiern wir die Friedensdekade mit Andachten. Wir halten inne am Buß- und Bettag.
Und eben auch an den Gedanken der Menschenwürde und daran, dass nach der Bibel jedes Menschenleben geheiligt ist, weil es dem Bild des Schöpfers entspricht.

Und dass wir uns deswegen nicht mit Krieg und Gewalt und Unterdrückung abfinden. Und damit, dass Menschen auf der Flucht im Meer ertrinken. Und nicht mit Not und Armut.
Der November erinnert uns an die ganz grundsätzlichen Dinge.

Ihre Regina Hallmann

Jenny Claus

herzlich willkommen. Als geschäftsführender Pfarrer der Kirchengemeinde freue ich mich sehr auf Sie. Alle Kontakte, die wir bisher hatten, stimmen mich sehr zuversichtlich, dass unsere Kirchengemeinde mit Ihnen eine sehr gewinnende, achtsame, offene und wertschätzende Mitarbeiterin gewonnen hat. Im Zentrum unserer Kirchengemeinde werden Sie vielen Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen begegnen. Von der Wiege bis zur Bahre, wie man so sagt und allem, was in einer Kirchengemeinde so dazwischen liegt. Zusammen mit dem Team der Kirchengemeinde wünsche ich Ihnen einen guten Einstand und viel Freude am gemeinsamen Gestalten. Zum Gottesdienst, an dem ich Frau Jenny Claus der Gemeinde vorstelle und sie für ihren Dienst segne, gestaltet von Pfarrer Andreas Ebert, am 26. September um 10:30 Uhr in der Apostelkirche, lade ich Sie, die Leser:innen, herzlich ein.

Ihr Christoph Grötzner

 

Jenny Claus

Hallo –

ich bin die Neue!
Mein Name ist Jenny Claus und ab dem 01. September werde ich als neue Pfarrsekretärin das Team der Apostelkirche verstärken.

Ich wohne mit meiner Familie schon seit 10 Jahren in Solln und bin schon immer ein Teil der Gemeinde, nun habe ich die Möglichkeit mich noch mehr einzubringen. Ich freue mich auf neue Begegnungen und die neue Aufgabe. Nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf.
Herzliche Grüße, Jenny Claus

Liebe Leserinnen und Leser,

Pfarrerin Christina Ehring Solln den Glauben „bekennen“, das ist ein großes Wort!
Als mein Mentor im Vikariat die Gottesdienstgemeinde damals stattdessen immer aufforderte, gemeinsam den christlichen Glauben zu „bekennen und zu erbitten“, hat mir diese Formulierung gleich gefallen. Denn sie bringt zum Ausdruck, dass Glauben nichts Statisches ist.

Man kann Glauben nicht „haben“, zumindest nie länger als für einen konkreten Moment. Und so geht es im Gottesdienst, wenn wir das Apostolische Glaubensbekenntnis sprechen, auch nicht darum, Fakten für wahr zu halten und „abzuhaken“.
Im Sprechen des Bekenntnisses bitten wir darum, dass die alten Glaubensaussagen aus dem fünften Jahrhundert, die wir nachsprechen, für unser Leben in neuer Weise Bedeutung bekommen und lebendig werden: Schöpfung – Geist – Gemeinschaft – Vergebung – Auferstehung... Das sind große Worte, mit denen sich große Erfahrungen verbinden können.
Wenn unsere Konfirmand*innen bei ihrer Konfirmation gemeinsam das Glaubensbekenntnis sprechen und im Anschluss gefragt werden: „Wollt ihr mit Jesus Christus, unserem Bruder und Herrn, leben, im Glauben an ihn wachsen und als evangelische Christen in seiner Gemeinde bleiben“, dann kommt dieses Verständnis vom Glauben als lebenslanger und lebendiger Aufgabe und Herausforderung auch darin zum Ausdruck.

Wenngleich wir in der Pandemiesituation nur einen Teil des geplanten Programms umsetzten konnten, hat auch dieser Konfirmandenjahrgang über viele Lebens- und Glaubensfragen miteinander nachgedacht.
Die Konfirmand*innen haben selbständig Jugendgottesdienste geplant, sind auf thematischen Spaziergängen durch Solln miteinander ins Gespräch gekommen, haben den Widerstand der Weißen Rose kennengelernt (siehe Seite 8) und hoffentlich Lust bekommen, der Suche nach Gott in ihrem Leben auch weiterhin Raum zu geben. Im Juli feiern wir die Konfirmationen (siehe Seite 16), und bald darauf beginnt schon der neue Jahrgang (siehe Seite 17).

Den „Glauben bekennen“, das heißt auch: den Glauben im Leben sichtbar werden zu lassen, und mit meinem Leben dazu beizutragen, dass das, worauf ich hoffe (Frieden – Solidarität – Gerechtigkeit...) schon jetzt auch für andere sichtbar und spürbar wird. In dieser Ausgabe lesen Sie von verschiedenen Initiativen, Gruppen und Kreisen in unserer Gemeinde, die sich darum auf ganz unterschiedliche Weise bemühen. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!
Ihre Pfarrerin Christina Ehring

Abschied von Sigrid Becker

Sigrid BeckerMit Dankbarkeit im Herzen nehme ich Abschied von Sigrid Becker. Sie war seit Ende der 90er Jahre, fast ein viertel Jahrhundert, Seele, Zentrum unserer Kirchengemeinde. Zunächst im Schwerpunkt im Gebiet der Apostelkirche, später in guter Zusammenarbeit immer stärker auch für das Gebiet der Petruskirche. War und ist doch eine ihrer Schwerpunktaufgaben die Pflege der Datenbank und alles was damit in Verbindung steht. Zehn Pfarrer:innen hat sie erlebt. Mit den Pfarrern Wendebourg und Müller hat sie ihre Tätigkeit aufgenommen. Damals zog erst zögerlich der PC ins Pfarramt ein. Die Kirchengemeinde zählte etwa 6.000 Gemeindemitglieder (heute ca. 4.200).

Damals schellte sehr oft die Klingel, Konfirmandenanmeldung, Mitarbeitende, KV-Mitglieder. Das Telefon hielt sie auf Trab. Wie im Taubenschlag ging es zu. Heute sind es die E-Mails, Bildschirmarbeiten und Konferenzen. Sehr viel hat sich in einem viertel Jahrhundert gesellschaftlich und kirchengemeindlich gewandelt.

Das Pfarramt, vielmehr die Pfarramtssekretärin ist so etwas wie die Schaltzentrale einer großen Gemeinde. Sigrid Becker hat in dieser Zentrale wunderbare Arbeit geleistet. Mit Herz und Seele war (und ist) sie aufgeschlossen für die Menschen, die mit ihren Anliegen kommen. Das sind z.B. Menschen, die Trauer tragen; Menschen, die sich über die Geburt ihres Kindes freuen; Konfirmand: innen; Paare, die ihre Trauung als Ausdruck ihrer Freude und mit der Bitte um Segen planen; Menschen, die Auskünfte wünschen; Mitarbeitende, die Unterstützung benötigen; Pfarrer:innen, Diakon:innen, Hausmeister, Mesner, die es gilt „bei Laune zu halten“. Wunderbar einfühlend und präsent hat Sigrid die vielfältige Arbeit gemanagt. Mit offenem Ohr und liebevollem Herzen dabei. Das schätze ich z.B. an ihr: Umsicht, Weitsicht, ihre Herzlichkeit, Zugewandtheit und Verbindlichkeit und Präsenz.

Am Sonntag, den 18. Juli werden wir uns offiziell im Gottesdienst und beim anschließenden Empfang auf der „Apostelwiesn“ (Ecke Bertelestraße / Konrad-Witz-Straße) von ihr verabschieden. Ob in Präsenz oder als Livestream mit Zoom-Empfang, Sie erfahren es auf unserer Homepage: solln-evangelisch.de

Dekan Christoph Grötzner

Wie geht es weiter für den Chor der Petruskirche?

Pfarrerin Regina HallmannSabine Maier, die bisherige Kirchenmusikerin und Chorleiterin, und ihr Mann, unser Mesner in Petrus, sind weggezogen und wir haben sie im Gottesdienst online verabschiedet.

Wie geht es weiter mit dem Chor der Petruskirche?

Für den Übergang wird Heike Haage die Chorleitung übernehmen. Wenn die Pandemie wieder Chorproben zulässt. Wir danken ihr herzlich für die Bereitschaft dazu!

Und wenn Treffen wieder möglich sein werden, holen wir auch das Abschiedsfest mit den Maiers nach, das haben wir vereinbart. Sie werden dazu aus Coesfeld anreisen und wir werden alle zusammen feiern, mit Essen und gutem Wein und allem, wie wir es gewohnt waren vor Corona.

Kann sein, dass es noch dauert, bis wir ein Datum festlegen können; das hängt von der Entwicklung der Pandemie-Lage ab. Aber wir freuen uns schon jetzt und informieren dann alle!

Ihre Regina Hallmann

Singen macht Spaß

Heike HaageLiebe Gemeinde,

Singen macht Spaß - und die Begeisterung für das Chorsingen begleitet mich schon seit Kindertagen!
Seit einigen Jahren bin ich in Solln zuhause und singe aktuell in der Sollner Kantorei (wenn die Pandemie das zulässt).
Meine Zeit als Chorleiterin liegt zwar schon viele Jahre zurück, aber als Sabine Maier mich fragte, ob ich die Leitung für den Chor der Petruskirche von ihr übernehme, habe ich gerne zugesagt!
Die ersten Stücke sind auch schon ausgewählt: für das Abschiedsfest mit den Maiers wollen wir die „Messe brève“ in der Fassung für 4-stimmigen Chor und Orgel von Léo Delibes einstudieren, dazu einige Chorsätze, die wir im Laufe des Jahres im Gottesdienst aufführen werden.

Ich freue mich sehr darauf, mit dem Chor zu singen und hoffentlich können wir auch viele neue Chormitglieder begrüßen!
Jetzt heißt es „Daumen drücken“, dass wir trotz Pandemie proben dürfen, zukünftig immer
Mittwochs, ab 19:30 Uhr.

Herzliche Grüße
Ihre Heike Haage

Neues aus dem Kirchenvorstand

Nachbesetzung der Stellen im Bereich Kirchenmusik

Der Kirchenvorstand hat sich mit den Verantwortlichen aus dem Bereich Kirchenmusik zusammengesetzt, um die Eckpunkte der Stellennachbesetzungen zu besprechen. U.a. haben wir zu unserer Kirchenvorstandssitzung im Februar 2021 den Kirchenmusikdirektor Ulrich Knörr eingeladen, um mit ihm über das Thema Kirchenmusik in unserer Gemeinde zu sprechen. Bei der Nachbesetzung unserer Stellen im Bereich Kirchenmusik ist der gerade in Entstehung befindliche Landesstellenplan zu berücksichtigen. Mit diesem hat sich auch die Landessynode auf ihrer Frühjahrstagung beschäftigt (landessynode.bayern-evangelisch.de). Der Landesstellenplan sieht zwar keine Reduktion der Stellen im Bereich Kirchenmusik vor, aber ggf. eine Umverteilung der Stellen im Dekanat, abhängig von der Anzahl der Mitgliedszahlen einer Kirchengemeinde. Das Präsidium des Kirchenvorstands hat sich mit Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen kirchenmusikalischen Gruppen getroffen, um diese über den Prozess der Nachbesetzung zu informieren und sie dazu zu hören.


Vereinheitlichung unseres Außenauftritts

Bei einem Blick auf unsere Homepage oder in einen unserer Schaukästen ist Ihnen vermutlich schon einmal aufgefallen, dass die Plakate und Ankündigungen so unterschiedlich sind wie unsere Gruppen und Kreise. Das Redaktionsteam der GU und hier vor allem Constanze Bircks hat das Erscheinungsbild unserer GU bereits verändert. Erhalten geblieben ist dabei u.a. das bewährte Konzept der zwei „Balken“. Schritt für Schritt werden wir unsere Plakate, das Briefpapier der Gemeinde und die Homepage entsprechend umgestalten.


Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Verein

Seit vielen Jahrzehnten arbeiten unsere Gemeinde und der Evangelische Verein in vielen Bereichen Hand in Hand. Schon auf der Klausurtagung des Kirchenvorstands im Januar 2020 hat der Kirchenvorstand betont, dass diese Zusammenarbeit sichtbarer werden soll und dass wir uns vorstellen können, weitere Bereiche zu finden, in denen wir zusammenarbeiten können. Es wird weitere Gespräche mit der Vorstandschaft des Evangelischen Vereins geben, um dieses Ziel weiterzuverfolgen.

Bleiben Sie behütet und gesegnet!
Ihre Pfarrerin Christina Ehring

Sophie Scholl

„Ich würde es genauso wieder machen“

Ein Schauspielabend mit Musik

Sophie Scholl (1921-1943), aktive Widerstandskämpferin innerhalb der Münchner „Weißen Rose“, wäre am 9. Mai 2021 hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass bringen die Schauspielerin Miriam Spiel und die Pianistin Mirjam von Kirschten einen Abend mit Schauspiel, Lesungen und Musik zur Aufführung.

Auszüge aus verschiedenen Biographien und Originaltexte wie Tagebucheinträge, Flugblätter, Verhörprotokolle etc. fließen mit in die Inszenierung ein.

Miriam Spiel, Schauspielerin, Tanzpädagogin
Miriam Spiel, Schauspielerin, Tanzpädagogin

Musik, die für die damalige Zeit und für Familie Scholl bedeutsam war, lässt das Publikum hautnah in die Geschehnisse eintauchen.
Die Veranstaltung beleuchtet: Wie kam es dazu, dass aus der begeisterten BDM-Führerin Sophie Scholl eine Widerstandskämpferin wurde, die durch die Verbreitung von Flugblättern ihr Leben riskierte und hingerichtet wurde? Wer war sie, was hat sie geprägt, wie ist ihre Meinungsbildung zustande gekommen? Die Veranstaltung erinnert mit künstlerischen Mitteln an den Widerstand während der Zeit des Nationalsozialismus und schlägt eine Brücke in die Gegenwart: eine Mahnung gegen Totalitarismus und Intoleranz - eine Ermutigung zu kritischer Meinungsbildung und Zuversicht.

Die Veranstaltung ist möglich durch eine freundliche Unterstützung des Bezirksausschusses 19.

Der Abend ist für Erwachsene und Jugendliche ab ca. 14 Jahren geeignet und dauert 60 Minuten.

Termin:
Samstag, 12. Juni 2021, 18:00 Uhr (Ausweichtermin, falls der Abend im Juni aufgrund von Kontaktbeschränkungen noch nicht möglich ist: 3.10.2021)

Ort:
Apostelkirche, Konrad-Witz-Str. 17
Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Aufgrund begrenzter Plätze ist eine Reservierung über das Pfarramt erforderlich.
(Tel. 089 12022990)

Personalien

Die Künstlerinnen: Miriam Spiel ist Schauspielerin, Tanzpädagogin und Choreografin aus München. Von 2003-2014 spielte sie die Sophie Scholl in „Sophie Scholl - Widerstand des Gewissens“ mit Gospel Art Studio. Mirjam von Kirschten ist erfolgreiche Pianistin, Klavierpädagogin und Korrepetitorin aus München.

Mirjam von Kirschten, Pianistin
Mirjam von Kirschten, Pianistin

Actionbounds der Evangelischen Jugend

Weiße Rose Actionbounds der Evangelischen Jugend

Die Evangelische Jugend München hat zwei „Actionbounds“ (= digitale, interaktive Schnitzeljagd in der echten Welt) entwickelt: Auf zwei verschiedenen Wegen durch die Altstadt oder Maxvorstadt kann man sich mit dem Thema Widerstand in der NS-Zeit auseinandersetzen. Weitere Informationen unter: ej-muenchen.de/weisse-rose-actionbound

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