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"Berichte"

Impulse und Neuigkeiten aus unserer Kirchengemeinde

Die Stiftung „Zukunft Apostelkirchengemeinde Solln“

Die Stiftung „Zukunft Apostelkirchengemeinde Solln“ wurde am Reformationstag des Jahres 2008 für die gesamte Gemeinde gegründet und dient laut ihrer Satzung der Förderung aller kirchengemeindlichen Aufgaben unserer Gemeinde.
Insbesondere ist dies die Unterstützung der Kirchengemeinde zur Erhaltung der hauptamtlichen Kantorenstelle. Auslösendes Moment war die Kürzung der landeskirchlichen Zuschüsse zur Bezahlung dieser Stelle. Dies unserem verehrten Kantor Ernst Hagerer zuzumuten, ging natürlich nicht, zudem drohte dadurch unser Leuchtturm Kirchenmusik quasi einzustürzen. So entstand die Idee, hier eine nachhaltige Lösung zur Unterstützung dieser Stelle zu finden und eine Stiftung zu gründen.
Im Namen der Stiftung danke ich Herrn Hagerer herzlichst für seine Tätigkeit in unserer Gemeinde und auch sehr für die maßgebliche Unterstützung der Stiftung durch u. a. Werbung und Benefiz-Konzerte.

Wir wünschen Ernst Hagerer für seinen wohlverdienten Ruhestand alles Gute und Gottes reichen Segen.

Matthias Doepner
Stiftungsvorstandsvorsitzender

Grüner Winkel – schwarzer Winkel:
Berufsverbrecher. Asozial.

Vortrag von Karla Steeb,
Freiwillige in der Versöhnungskirche in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau,v am Samstag, den 11. Dezember um 19:00 Uhr in der Petruskirche / Gemeindesaal.

Die Familie lebte in der Au, dem Stadtteil von München, wo noch in den 20er, 30er Jahren die Ärmsten der Armen lebten. Fünf Kinder, kaum ein Einkommen. Um mal Fleisch auf den Tisch zu bringen, fuhr der Vater mit dem Fahrrad an den Stadtrand, in die Wälder, und wilderte. Er wurde erwischt. Und bekam eine Gefängnisstrafe.

Davon geht aber Armut nicht weg. So wilderte er wieder. Und kam ins KZ Dachau. Und nicht wieder raus. Berufsverbrecher.

Der Mutter nahm man die Kinder weg. Begründung: Sie werden nicht im Sinne Hitlers erzogen. Sie kamen in verschiedene Heime. Erst nach dem 2. Weltkrieg fanden sie sich wieder.

Nur von dem Vater fehlt bis heute jede Spur, kein Grab, nichts.

Eine Geschichte, die ich in Solln erzählt bekam.

Und noch eine Geschichte:

Sein Beruf sei Schriftsteller, sagte er. Sein Problem war, wie man heute sagen würde, eine Alkohol-Suchterkrankung. Damals sagte man „Säufer“. Sie wiesen ihn in den Entzug ein, in eine Anstalt im Osten von München. Mehrmals. Und dann als „Arbeitszwang-Gefangenen“ in das KZ Dachau. Mit dem schwarzen Winkel: Asoziales Element, hieß das.

Die sogenannten „Asozialen“ waren selbst unter den Häftlingen geächtet. Politische Gefangene z.B. waren untereinander organisiert und konnten sich gegenseitig helfen. Wer den schwarzen Winkel trug, stand ganz am Rand.

Er wurde dann in das KZ Mauthausen überstellt. „Mordhausen“ nannten die Häftlinge diesen Ort. Ein Jahr später starb er dort, an Hunger, an Entkräftung, vielleicht an Gewalt. Er wurde keine 50 Jahre alt.

Auch diese Geschichte spielte anfangs in Solln.

Sie blieben auch nach der Nazi-Zeit ausgegrenzt. Für „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ gibt es bis heute kaum Entschädigung, es gibt keine zentrale Gedenkstätte. Nach dem Krieg schwiegen die meisten von ihnen aus Scham.

Inzwischen setzt ein Umdenken ein: Kein Mensch war zu Recht im KZ der Nazis. Opfer auszugrenzen geht nicht.

Karla Steeb, die gerade ein Freiwilligen- Jahr in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau absolviert, hat sich in die besondere Thematik „grüner Winkel / schwarzer Winkel“ als Forschungs-Schwerpunkt eingearbeitet.

Herbstsammlung Diakonie BayernCopyright: Kennzeichentafel für Schutzhäftlinge,
10.9.1.134, ITS Archive, Arolsen Archives

Wir konnten sie für einen Vortrag am Samstag, den 11. Dezember um 19:00 Uhr in der Petruskirche / Gemeindesaal gewinnen – falls die Pandemielage im Dezember das erlaubt.

Herzliche Einladung!

Ihre Pfarrerin Regina Hallmann

Herbstsammlung Diakonie Bayern

Herbstsammlung Diakonie Bayern

„Gemeinsam Wege finden“. Es wird gesammelt für ambulante Hilfen zur Erziehung in der Kinder- und Jugendhilfe. In schwierigen Lebenssituationen können Familien diese Hilfen in Anspruch nehmen mit dem Ziel, die Kinder in ihrer vertrauten Umgebung zu lassen, die Familien insgesamt zu stärken und alle Kräfte und Möglichkeiten im Umfeld mit einzubeziehen.

Spenden können Sie
In unseren Pfarrbüros


und beim Diakonischen Werk Bayern,

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn. Damit begründet die Bibel die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens. Wer einem Menschen Gewalt antut, vergreift sich am Ebenbild Gottes.

Nach den schrecklichen Erfahrungen der NS-Diktatur kam dieser Gedanke in unsere Verfassung: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und es gibt diesen Gedanken schon länger in vielen Verfassungen dieser Erde, z.B. in der "Declaration des droits de l´homme" der französischen Revolution von 1789 und in "All men are created equal" in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776.

Warum wir diesen Gedanken zum Leitthema der Herbst-Ausgabe dieses Gemeindebriefes gemacht haben? Wir dachten an den 9. November. Das war ein Tag, an dem Menschen in unserem Land Gewalt und Verfolgung erlitten in der Pogrom-Nacht im Jahr 1938. Synagogen wurden niedergebrannt, Menschen wurden in KZs verschleppt. Mit diesem Datum begann die systematische Verfolgung und Vernichtung von Menschen jüdischen Glaubens.

51 Jahre später war der 9. November ein Tag, an dem eine andere Generation sich befreien konnte von der Macht eines unterdrückerischen Systems und an dem "die Mauer" fiel, die das Land so lange zweigeteilt hatte.
An beiden Ereignissen ging es um die Menschenrechte und die Menschenwürde.

Der November ist ein besonderer Monat. Wir denken an die ganz großen Dinge: An die Verstorbenen – katholische Christen am Anfang des Monats, evangelische am Ende. In vielen Gemeinden feiern wir die Friedensdekade mit Andachten. Wir halten inne am Buß- und Bettag.
Und eben auch an den Gedanken der Menschenwürde und daran, dass nach der Bibel jedes Menschenleben geheiligt ist, weil es dem Bild des Schöpfers entspricht.

Und dass wir uns deswegen nicht mit Krieg und Gewalt und Unterdrückung abfinden. Und damit, dass Menschen auf der Flucht im Meer ertrinken. Und nicht mit Not und Armut.
Der November erinnert uns an die ganz grundsätzlichen Dinge.

Ihre Regina Hallmann

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